18.06.2019

Marfa Buff entwirft und näht die Kleider zu Hause.

Fotografie und Design kombiniert

Prinzessinnenkleider in Szene gesetzt

Marfa Buffs erste Leidenschaft ist die Fotografie. Ihre zweite Leidenschaft sind selbst genähte Kleider – je dramatischer, desto besser. Am liebsten kombiniert sie beides miteinander.

Das Nähen hat Marfa Buff von ihrer Mutter gelernt, die Schneiderin war. Ernsthaft zu fotografieren begann die heute 46-Jährige im Jahr 2011, obwohl sie sich bereits als Kind für Kameras interessierte. Inzwischen hat sich aus beidem ein Geschäft entwickelt, dessen Grundlage eine besondere Leidenschaft ist: «Ich liebe es, die Kleider, die ich fotografiere, selber zu nähen.»

Doch Marfa Buff näht nicht irgendwelche Kleider: «Ich mache nichts, was man auch im Warenhaus kaufen könnte.» Ihre Kleider sehen aus wie für Prinzessinnen gemacht. Kein Wunder, sagt sie doch: «Ich liebe Rokoko und Barock, das 18. Jahrhundert.»

Neue Kreationen entstehen oft im Kopf, während Marfa Buff an einem Kleid arbeitet. Dann bringt sie ihre Idee zu Papier, erstellt das Schnittmuster und geht Stoff einkaufen. Was für einen Stoff sie auswählt, hängt davon ab, was für ein Modell es sein soll. «Für ein Prinzessinnenkleid brauche ich viel Tüll. Für Rokokokleider hingegen wähle ich eher Satin oder einen Ballonstoff.» In den letzten vier Jahren sind auf diese Weise rund 30 Kleider entstanden. 

 

Marfa Buff ist verheiratet und hat eine siebenjährige Tochter. Dies ist auch der Grund, weshalb sie in ihrem Zuhause in Neuenhof arbeitet. «Wenn mich meine Tochter braucht, bin ich für sie da. Ich möchte nicht, dass sie alleine in der Wohnung sein muss.» Ihre Arbeitstage sind lang, manchmal arbeitet sie zwölf Stunden. Aber sie schreibt selten auf, wie lange sie an einem Kleid arbeitet. «Ich arbeite einfach.»

Wenn die Designerin mit einem Kleid fertig ist, fängt der nächste, spannende Teil der Arbeit an: das Fotoshooting. Das kann im Studio geschehen, im Freien oder auf einem Schloss. Dafür arbeitet sie mit anderen zusammen: Sie braucht erstens ein Model und zweitens einen Visagisten. Wenn Marfa Buff fotografiert, geht es zu wie in einem Theaterstück – die Prinzessinnenkleider werden inszeniert.

Manchmal folgt Marfa Buff ihren Launen und ihrer Fantasie. Dann entstehen Elfen mit Hörnern oder Kleider aus Salat oder aus Zeitungen. Dazu meint sie: «Ich habe schon fast alles ausprobiert.» Wenn es nicht funktioniert, nimmt sie einen nächsten Anlauf.

Bisher hat die Designerin nur Kleider und Kostüme für Frauen und Kinder entworfen, doch Ideen hätte sie auch für spezielle Männerbekleidung – und wieder wären Rokoko und Barock ihre bevorzugten Stilrichtungen.

«Ich bin glücklich darüber, wie mein Leben heute aussieht», sagt Marfa Buff. «Ich habe einen Mann und ein Kind und mache das, was ich gerne mache: Kleider nähen und fotografieren.» Einen Traum hat sie allerdings noch: ein eigenes Fotostudio.