23.03.2017
TEXT: Fabian JekerFOTO: zVg. Thomas Mathys

Der Sprechtrainer und Schauspieler Thomas Mathys betreibt aktiv gute Laune.

Fünf Fragen

Sprechtrainer und Schauspieler

Thomas Mathys, 49, über das Abschminken am Morgen, seine Tätigkeit als Sprechtrainer und Schauspieler sowie den Schlüssel zur guten Laune.

Haben Sie ein Morgenritual?
Kaffee trinken. Kaffee ist Segen und Fluch zugleich! Kaffee ist eine Sucht, doch ohne bin ich nur ein halber Mensch. Körperübungen ausführen und Sprechwerkzeug aktivieren. Gähnen, das Gesicht schütteln und durchkneten. Damit schminke ich mich ab vom Schlaf, um wach zu sein für die Begegnungen mit Menschen im Arbeitsalltag.  

Was beinhaltet Ihr Job?
Beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) arbeite ich als Sprechtrainer zu 70 Prozent. Sprache und Sprechen stehen im Zentrum. Wie moderiere ich etwas? Eignet sich der Text für die Moderation? Wie artikuliere ich? Ist mein Sprechtempo angemessen? Hat meine Stimme einen angenehmen Klang? Passt mein Gesichtsausdruck zur Sprache? Echtheit und Übereinstimmung sind das Ziel. Dies gilt auch für die Bühne. Als Darsteller bleibt man immer derselbe Mensch, begibt sich jedoch in unterschiedliche Situationen. Als Schauspieler wirke ich heute noch in Filmen mit, was mit meiner Tätigkeit bei SRF vereinbar ist. Zuvor war ich während 20 Jahren in festen Engagements an Staats- und Stadttheatern tätig mit geregeltem, aber bescheidenem Lohn und sehr langen Arbeitszeiten. 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Sie Ihre Arbeit gerne machen?
Ich muss ausreichend Zeit haben für die Vorbereitung. Der Stress, unvorbereitet auftreten zu müssen, ist der Albtraum eines Schauspielers. Auch als Sprechtrainer fühle ich mich nicht wohl dabei, unvorbereitet ein Training zu beginnen. Ebenso wichtig ist die Stimmung: ein ruhiger Raum, angenehmes Licht sowie die Motivation der Trainees. 

Wie wichtig ist Ihnen der private Ausgleich?
Privater Ausgleich ist mir sehr wichtig. Zeit mit der Familie verbringen. Erholung bei Gartenarbeiten und Sport wie beispielsweise Fahrradfahren. Ein Stimmtrainer bewegt sich viel weniger als ein Schauspieler. Körperliche Bewegung sollte ich noch mehr pflegen. 

Haben Sie einen Tipp für gute Laune bei der Arbeit?
Die Dinge leichter sehen, als sie sind. Unser Hirn ist trainiert auf Fehler. Wir konzentrieren uns darauf, um zu lernen. Doch sollten wir die Aufmerksamkeit auf eigene Erfolge lenken. Was ist mir gelungen? Gute Laune muss aktiv betrieben werden. Um die schlechte Laune kümmert sich unser Organismus biologisch begründet von selbst.