Donnerstag, 09.02.2012

Unterdeckung / Sanierung der Schwyzer Pensionskasse

Der Deckungsgrad der Pensionskasse des Kantons Schwyz (PKS) liegt bei 94,5 Prozent und dürfte bis 2015 gar auf 86 Prozent sinken. Die Regierung unterbreitet deshalb dem Kantonsrat einen Sanierungsplan: Kanton, Arbeitgeber und Versicherte werden zur Kasse gebeten.

  
Aufgrund anhaltend tiefer Zinsen hat die PKS seit 2000 jährlich eine Anlagerendite von 2,1 Prozent erzielt; 2011 resultierte nur noch eine Nullrendite. Obwohl die 2,1 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt liegen, kann das bisherige Vorsorgemodell nicht mehr ausreichend finanziert werden. Nötig wäre eine Rendite von 2,6 Prozent.
 
Diese Situation und die steigende Lebenserwartung haben den PKS-Verwaltungsrat laut Communiqué vom Donnerstag veranlasst, die Rentenumwandlungssätze zu senken und die Vorsorgekapitalien ab 2013 vorsichtiger zu bilanzieren. Bereits im laufenden Jahr werden die Sparguthaben nur noch mit dem BVG-Mindestsatz von 1,5 Prozent verzinst.
 

Antrag auf Vollkapitalisierung

 
Bis 2015 erwartet die PKS noch einen Deckungsgrad von rund 86 Prozent, was einem Fehlbetrag von 260 Mio. Franken entspricht. Zwar sank der Deckungsgrad auch früher zeitweise bis auf 87 Prozent. Weil der Kanton die Verpflichtungen garantierte, mussten keine Massnahmen gegen die Unterdeckung ergriffen werden.
 
Das Bundesrecht verlangt aber seit diesem Jahr auch von öffentlichen-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen eine finanzielle Verselbständigung. Der Kantonsrat muss nun entscheiden, ob die PKS dank Kantonsgarantie weiterhin beim System der Teilkapitalisierung bleibt oder zur Vollkapitalisierung wechselt.
 
Laut PKS wird die Regierung dem Parlament beantragen, auf 2015 zur Vollkapitalisierung zu wechseln. Das bedingt eine 100-prozentige Deckung und einen entsprechenden Sanierungsplan. Konkret soll die vorhandene Unterdeckung während 15 Jahren ausfinanziert werden.
 

Derzeitige Renten bleiben unverändert

 
Der Kanton würde als Garantiegeber rund 43 Prozent der Unterdeckung übernehmen; bei 260 Mio. Unterdeckung sind das 110 Mio. Franken. Für den Rest müssten Arbeitgeber und aktive Versicherte mit Sanierungsbeiträgen aufkommen, die zwischen 1 Prozent und 3 Prozent liegen; dazu kommt eventuell eine tiefere Verzinsung der Sparguthaben.
 
Unverändert in der bisherigen Höhe werden laut Zusicherung der PKS Renten ausbezahlt, die gemäss der heutigen, voraussichtlich bis Ende 2014 gültigen Pensionskassen-Verordnung laufen. Noch offen ist, ob die halbe Teuerungsanpassung künftig weitergeführt wird.
 
Die PKS zählt rund 5800 aktiv Versicherte und etwa 1400 Rentenbezüger. Die versicherte Jahresverdienstsumme liegt bei 470 Mio. Franken, das Beitragsvolumen bei 80 Mio. Franken. Die Rentenleistung beträgt in diesem Jahr rund 50 Mio. Franken.
 
 

 
 
 

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