Donnerstag, 03.06.2010
Kanton ZH will Lehrabgänger ohne Job befristet anstellen
Zürich (sda) Der Kanton Zürich bietet ab August 18 Lehrabgängerinnen oder - abgängern der kantonalen Verwaltung, die keine Anschlusslösung gefunden haben, eine Überbrückungsstelle für maximal ein Jahr an. Der Regierungsrat hat 1,73 Millionen Franken für das Programm bewilligt.
Ende Juli werden 220 Lernende ihre Ausbildung beim Kanton abschliessen. Sämtliche Lehrbetriebe der kantonalen Verwaltung seien aufgefordert worden, wenn immer möglich jenen, die ihre Lehre abschliessen, eine Weiterbeschäftigung anzubieten, sagte Regierungssprecherin Susanne Sorg am Donnerstag vor den Medien.
Es würden aber wohl dennoch nicht alle eine Festanstellung oder eine andere Anschlusslösung finden, obwohl sie gut ausgebildet seien. Vor einem Jahr seien dies 12 junge Erwachsene gewesen, sagte Personalamt-Chef Gregor Messerli.
Mit dem neuen Programm will der Kanton nun diesen Lehrlingen, die keinen Job finden, ermöglichen, erste Berufserfahrungen zu sammeln. Dies verbessere ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Vielfach werde von den jungen Erwachsenen für eine Festanstellung Berufserfahrung als vollwertige Arbeitskraft gefordert. Und dies könnten Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger naturgemäss nicht vorweisen, sagte Sorg.
Verantwortung als Lehrbetrieb wahrnehmen
Mit dem auf zwei Jahre befristeten Überbrückungsstellen-Programm nehme der Regierungsrat die Verantwortung der kantonalen Verwaltung als Lehrbetrieb wahr, sagte Sorg. Falls sich im Sommer 2012 die Jugendarbeitslosigkeit nicht entschärft habe, werde der Regierungsrat eine Verlängerung des Projektes prüfen.
Das Programm garantiert keinen Anspruch auf eine zeitlich befristete Weiterbeschäftigung. Das Angebot richtet sich laut Sorg gezielt an Lernende, die trotz intensiven Bemühungen weder verwaltungsintern noch extern eine Festanstellung oder eine andere Anschlusslösung gefunden haben und noch Zeit für die Suche benötigen.
100-Stelle für 3200 Franken Lohn
Voraussetzung für die Unterstützung durch das Programm sind gute Referenzen aus der Lehre, der Nachweis erfolgloser Bewerbungsbemühungen und Flexibilität bezüglich Arbeitsort und Tätigkeit. Es geht um 100-Prozent-Stellen - vor allem im KV-Bereich - mit einem Lohn von 3200 Franken.
Laut Messerli können dank den Übergangs-Angestellten in verschiedenen Verwaltungsabteilungen Arbeiten erledigt werden, die bisher etwas zurückgestellt worden sind. Die Kosten für die bis zu 18 Angestellten müssen beim Personalamt anderswo eingespart werden. Für die einzelnen Abteilungen seien es demnach quasi "Gratis-Stellen", weil sie deren Budgets nicht belasteten, sagte Messerli.